(Wie) können wir unseren Männerchor erhalten? | Teil 1

Wie retten wir Männerchöre

Haben traditionelle Männerchöre eine Zukunft? Lässt sich da überhaupt etwas retten? Einige Gedanken zu alternden Männerchören von Walter Wesendahl.

Der Chorgesang hat auf allen Kontinenten und Ländern dieser Erde seit Menschengedenken einen hohen Stellenwert und ein gewachsenes Ansehen. Erstmals scheinen diese Attribute in einer Zeit des Überflusses an Bedeutung zu verlieren. Viele Männerchöre vergreisen und geben wegen des fehlenden Nachwuchses auf. Mit ihnen verschwindet ein Teil unseres kulturellen Lebens. Ein Durchschnittsalter von 70 Jahren und mehr, keine Seltenheit. Zwar erlebten in der Nachkriegszeit die Männerchöre noch einmal eine Renaissance, während der fehlende Nachwuchs vielen alten Chören heute große Sorgen bereitet. Doch die Überalterung und das zwangsläufige Schrumpfen dieser Chöre alleine dem fehlenden Nachwuchs zuzuschreiben, klingt zwar logisch, trifft aber nur bedingt zu. Ich komme darauf zurück.

Ist Chorgesang nur Tradition?

Zu keiner Zeit gab es so viele Nachwuchssänger wie heute. Stellt sich also die Frage, wo bleiben diese Nachwuchssänger?
Und, wenn es so viele Nachwuchssänger gibt, warum singen sie nicht in den Chören ihrer Väter? Was ist geschehen? Was hat sich in unserer Zeit verändert?
Die heute Not leidenden Chöre konnten doch über Generationen bestehen und das ohne Nachwuchssorgen. Wie konnten sie ihr Durchschnittsalter über Generationen auf dem gleichen Niveau halten?

Ich denke die Erklärung dafür liegt auf der Hand: Früher war es Tradition, dass die Väter ihre 14–15 Jahre alten Söhne, wenn sie die Schule beendet hatten, mit zu Ihrem Chor nahmen. Diese Söhne waren sogar mächtig stolz darauf, mit ihren Vätern in einem Chor singen zu dürfen.

Wo bleiben also die Söhne dieser Väter heute? Diese Söhne, also die heutige Generation, haben für sich eine eigene musikalische Welt entdeckt. Sie identifizieren sich nicht mehr mit dem Gesang ihrer Väter. Sie gründen heute ihre eigenen Chöre.
Sie begeistern ihr Publikum mit moderner, zeitgemäßer Literatur und tänzerischen Einlagen. Ob Gospel-, Shanty- oder sogenannte Projekt-Chöre – mit dem alleinigen Ziel ein bestimmtes Werk aufzuführen, um dann wieder auseinander zu gehen. Das ist der Trend unserer Zeit. In den letzten Jahren haben sich unterschiedliche Chor-Welten entwickelt. Ein gutes Beispiel ist die Fernsehsendung „Der beste Chor im Westen“. Ein Männerchor unseres Genres hat auf dieser Ebene keine Chance.

Das frühere „Alleinstellungsmerkmal traditioneller Männerchöre“ (siehe dazu auch das Buch Chorbuch „Chorgesang in Deutschland“) gibt es nicht mehr. Die Hoffnung auf junge Nachwuchssänger? Eine Illusion. Aber es sollte uns doch nicht entgangen sein, dass ein heute 30 oder 40 Jahre alter Sänger nicht mehr zu der jüngeren Generation zählt. Dieser Sänger ist in den Augen der heutigen Jugend schon ein „Alter Mann“. In welchem Chor wird der wohl singen, wenn sein Chor wegen Überalterung aufgibt? Auch darauf komme ich später noch zurück.

Das haben wir doch immer schon so gemacht

Der (digitale) gesellschaftliche Wandel

Unsere schnelllebige Zeit – das digitale Zeitalter – hat nicht nur viele der alten Männerchöre eingeholt und überrollt.
Denken wir an die Natureisindustrie Ende des 19. Jahrhunderts. Innerhalb kurzer Zeit beendete die Erfindung des Kühlschrankes die größte Exportindustrie Amerikas.
Denken wir an das Weltunternehmen Kodak mit 144.000 Mitarbeitern. Die Verantwortlichen erkannten nicht den Fortschritt der Zeit und verpassten die Erfindung der Digitalkamera. Nach 110 Jahren stand man plötzlich vor dem Aus. Wer hätte vor wenigen Jahren geahnt, dass man von seiner Couch aus per Knopfdruck alles Erdenkliche kaufen und sogar bezahlen, eine Weltreise buchen und Nachrichten per E-Mails kostenlos in sekundenschnelle um den Erdball versenden kann.
Dass man per Facetime oder Skype mit Freunden in der ganzen Welt kostenlos telefonieren kann und dabei sein Gegenüber auf dem Bildschirm sieht. Diese Errungenschaften nutzen wir und nehmen sie als Selbstverständlichkeit entgegen.
Vielen ist jeglicher Gedanke fremd, dass sich auch im Chorwesen so einiges verändert haben könnte. Die betagten Chöre präsentieren sich auch heute noch wie vor 60 bis 70 Jahren, als sie in der Nachkriegszeit ihre Renaissance erlebten.

In vielen Gesprächen hatte ich den Eindruck, es handele sich um Altersstarrsinn.

„Wir singen so lange, wie wir singfähig sind, dann ist eben Schluss“.

Der „Männerchor Aichschieß“ als Beispiel

So erging es auch einem der bekanntesten und erfolgreichsten Männerchöre Süddeutschlands, dem Schwarzwälder Männerchor aus AichschiessDie Autorin Uschi Götz beschreibt an Hand einer Chronik, ein kleines Schwarzwalddorf im schwäbischen Schurwald, ein Dorf mit 250 Seelen und vier Wirtshäusern.
Menschen, die von der Land- und Forstwirtschaft lebten und im Jahr 1902 einen Männerchor gründeten. Eine wundervolle, doch am Ende eine sehr traurige Geschichte. Das Namensregister der Dirigenten weist unter anderen einen Herrn Gotthilf Fischer, einen Musikprofessor Dr. Hermann-Josef Dahmen und einen Chordirektor Horst Sanguinette auf. Trotz aller Erfolge und zahlreichen Auszeichnungen kam 2012 auch für diesen Ausnahmechor das endgültige Ende. Das im Eigentum befindliche Vereinsheim wurde zu Gunsten einer „Nachwuchs-Förderungsstiftung“ verkauft. Die verblieben Sänger haben in den benachbarten Chören eine neue Heimat gefunden.

Ich kann Ihnen nur empfehlen, diese ergreifende Geschichte nachzulesen. Ich habe ein solches „Aus“ hautnah erlebt, als sich nach 67 Jahren ein Chor, dem ich 20 Jahre lang angehörte, selbst aufgab.

Ein Chor mit einer Vita:

  • Zweifacher Meisterchor
  • Teilnahme an Chorfestivals
  • Reisen nach Schottland, Ungarn, Litauen, Spanien, Holland, Belgien und Sizilien
  • Einladungen zu Konzerten in benachbarte Länder
  • Ausrichtung unzähliger Konzerte mit namhaften Künstlern aus der ganzen Welt

Bei der letzten Jahreshauptversammlung stellte sich der bisherige Vorstand nicht zur Wiederwahl. Ein neuer Vorstand kam nicht mehr zustande, da sich niemand aus der Chorgemeinschaft bereit erklärte, einen verantwortlichen Posten zu übernehmen.
Ich war viele Jahre lang Schatzmeister und Vorstandsmitglied dieses Chores. Ich habe immer wieder bei Chorversammlungen – als ersten Schritt zur Erneuerung und Anpassung an die heutige Zeit – eine Aufgabenteilung vorgeschlagen, um den bestehenden Vorstand zu entlasten und neue Ideen in den Chor zu tragen. Leider ohne Erfolg.

Diese erfolgreiche „Chorgemeinschaft“ scheiterte. Sie scheiterte an Sängern, die zwar singen wollten, aber die Übernahme jeglicher Verantwortung ablehnten. Hinzu kam, dass sich die Mitgliederzahl innerhalb kurzer Zeit stark verringerte.

Der Schuldige? Natürlich der Chorleiter. Folglich wurde dieser erst einmal ausgetauscht. Mit dem neuen Dirigenten sollte jetzt alles besser werden.
Aber es wurde nichts besser. Die Sänger mussten sich an den neuen Chorleiter und seine veränderte chorische Arbeitsweise gewöhnen.

Die Konsequenz: Die Chorproben wurden spärlicher besucht. Das Leistungsniveau: Nur noch ein Bruchteil früherer Jahre. So ging es mit diesem Chor immer weiter bergab, bis zum bitteren Ende. Die verbliebenen Sänger singen heute in anderen Chören.

Facepalm

Mich hat diese Erfahrung, so wie die Schicksale der Chöre, die bereits aufgegeben haben, nicht mehr losgelassen. Um eines vorweg zu nehmen, die in den kommenden Beiträgen folgenden Ausführungen möchte ich nicht als Allheilmittel zur „Rettung aller alternder Chöre“ für mich reklamieren.
Nein, meine Intention richtet sich an die vielen Gleichgesinnten, die Vorstände, die Chorleiter/innen und an alle Sangesbrüder, die bereit sind, Wege aus diesem Dilemma zu suchen, zu finden und zum Wohle ihres Chores umzusetzen. Es gäbe für diese Chöre noch eine Chance, wenn sie nur bereit wären, sich den Veränderungen unserer schnelllebigen Zeit zu stellen. Wie heißt es doch im Volksmund? Man muss mit der Zeit gehen. Und gerade das scheint den alten Männerchören nicht so leicht zu fallen.

Sie haben dabei nicht bemerkt, dass die Vergangenheit sie längst überholt hat.

Walter Wesendahl

Ich bin 81 Jahre jung und singe noch in 2 deutschen und einem holländischen Männerchor. Seit 3 Jahren beschäftige ich mich mit der derzeitigen Situation der traditionellen Chöre und halte seit dieser Zeit meine Gedanken, Ideen und Erfahrungen schriftlich in einem sich ständig komplettierenden Aufsatz fest.
Ich habe in vielen Gesprächen mit Sängern, Chorleitern und Chorvorständen die Erkenntnis gewonnen, dass die betroffenen Chöre ihrer Situation hilflos gegenüberstehen. Ich möchte durch eine Veröffentlichung meiner Erfahrungen, den Verantwortlichen dieser Chöre aufzeigen, dass ein „weiter so“ das sichere Ende für ihren Chor bedeutet.

13 Kommentare zu (Wie) können wir unseren Männerchor erhalten? | Teil 1

  1. Artikel ist sehr interessant. Doch ich vermisse den Anstoss, wie man etwas wirklich ändern kann. Ich selbst singe in einem kleinen Mänerchor mit einem Durchschnittsalter über 65 Jahre. Bin selbst schon 76, fühle mich aber noch nicht so alt und habe auch noch einige Ehrenämter im Verein,im Sängerkreis und überregionaler Musik-Dachorganisation inne. Die Sänger wollen u. a. auch anspruchsvolles Liedgut singen. Durchwegs auch noch recht gute Stimmen. Aber wie kann man Nachwuchs finden – wie wie wie ?

    • Sicherlich wird man nicht DIE Antwort auf die mannigfachen und unterschiedlichen Probleme eines Gesangvereins finden. Unser Autor versucht aber, der Sache auf den Grund zu gehen und wird sicherlich im zweiten Teil seiner Betrachtungen einige Lösungsvorschläge anbieten.

  2. Hallo Herr Wesendahl,

    interessiert habe ich Ihren Artikel gelesen, ich würde sogar soweit gehen, dass sich dieses Phänomen nicht nur auf die klassischen Männerchöre beschränkt, sondern dass nahezu alle klassischen Chöre davon betroffen sind, die eben „Alles so wie immer machen“. Ich versuche gerade meinen Verein davon zu überzeigen einen paradigmenwechsel zu vollziehen weg vom klassischen Liedgut, hin zu Themenbezogenen Konzerten mit auch internationalem Liedgut. Manchmal ist es schwierig, da es den Damen und Herren es nicht unbedingt leicht fällt eine andere Sprache zu singen und dann erst einmal Blockieren. Wenn man aber hartnäckig dran bleibt stellt sich irgendwann doch der Erfolg ein. Man muss es aber immer wohl dosiert ablaufen lassen und die Änderungen behutsam einführen. Ich sage immer gerade soviel ändern, dass es niemand merkt, also immer in kleinen Schritten. Bei uns scheint es zu funktionieren. Wir konnten auch schon neue SängerInnen gewinnen. Nur ist leider unser Altersdurschnitt aktuell so hoch, dass der Zugewinn durch anderweitige Austritte kompensiert wird, aber wir arbeiten dran.

    Auf jeden Fall bin ich gespannt auf den nächsten Teil Ihrer Serie um vielleicht noch die eine oder andere Anregung für unseren Chor zu erhalten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Weber
    Vorsitzender
    Gesangverein Maienquartett 1925
    Frankfurt am Main/Bonames

    • Guten Morgen Herr Weber,
      herzlichen Dank für Ihren Kommentar.
      Im 1. Teil habe ich versucht, in groben Zügen die derzeitige Situation zu beschreiben.
      In den Fortsetzungen werden Sie anwendbare Anregungen zu den anstehenden, zeitgemäßen Veränderungen finden.
      Die Neuorientierung unserer Chöre ist eine langfristige, wohl nie endende Aufgabe, welche nur in kleinen Schritten zu bewältigen ist,
      Ich wünsche Ihnen und Ihren Chor dabei viel Erfolg.
      Mit Sängergruß
      Walter Wesendahl

  3. Hallo Walter,
    Dein Kommentar spricht mir aus der Seele. Das schlimmste Hindernis ist, das bei Vorstandswahlen niemand bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und die „Wenigen“ die auf der Verantwortung sitzen bleiben, auch noch unqualifiziert benörgelt werden. Wir haben seit kurzem wegen des Todes unseres langjährigen Dirigenten einen jungen dynamischen Chorleiter. Es scheint das nach dem ersten Auftritt eine Wende eintritt, einige neue Sänger sogar unter 50! sind neu hinzu gekommen. Ich bin mit 86 Lenzen der 3-älteste im Chor. Singen hält jung, das ist wissenschaftlich bewiesen und darum „Weiter so“
    Leo Schmitz
    „stiller Mitarbeiter ohne Vorstandsposten“
    Homepage Gestalter Verwalter http://www.mgv-st-kirchhoven.de

  4. Hallo Walter! Die Probleme kommen mir so bekannt vor. Die Sänger sind alt, das Liedgut veraltet. Der Musikgeschmack hat sich gewandelt. Da hilft nur ein rigoroser Wechsel. Neue Lieder, um junge Menschen anzulocken.

  5. Ich singe in einem 120 Jahre alten Traditionsverein. Dem MGV Germania Lorsch und bringe mich da auch im Vorstand ein. Wir standen 2010 am Scheideweg und haben aus meiner Sicht die richtige Entscheidung getroffen. Aus einem Chor mach mehrere. Wir haben einfach mal eine Bestandsaufnahme gemacht. Wen haben wir und was wollen diejenigen. Es gibt Sänger die wollen nur singen und Gesellschaft, dann welche die wollen auf Wettbewerbe, wiederum welche die wollen moderne Stücke und andere traditionelle Lieder singen und wieder andere wollen singen aber nicht in den Verein eintreten.
    Also: wir gründeten einen Chor namens TaktFest, dann noch einen namens Vocal Man Power(Projektchor Zierichtung Rocksongs) unsere älteren Sänger ( die wollten sich nicht mehr so anstrengen) gründeten selbstironisch die Rollators. Und was war das Ergebnis ? Jeder einzelne Chor wächst! Weil er die jeweilige Zielgruppe bedient. Schauen wir uns die Sportverine an- die haben eine 1. und 2 Mannschaft und eine Soma und ggf noch Hobbykicker. Genau so müssen es auch die Chöre machen. Für jeden das richtige . TaktFest wurde mit 12 Sängern gegründet – mittlerweile haben wir 25 Sänger und darunter viele Junge. Holten ein Golddiplom und veranstalten viele Auftritte und Konzerte. VMP rockt regelmäßig ein Konzert mit Band und die Rollators haben auch ihre Auftritte. Und jeden Dienstag von 19:30 bis 20:30 singen die Chöre zusammen. Wir haben alle mächtig Spaß.

  6. Guten Tag Herr Steffen Walter, werte Sangesfreunde vom MGV Lorsch!
    Zu solch einem Vorstand kann ich den gesamten Chor nur beglückwünschen. Unsere schnelllebige Zeit konfrontiert uns ständig mit irgendwelchen Veränderungen. Ob alle diese Veränderungen unserem Leben dienlich sind, mag jeder für sich entscheiden. Eines ist jedoch gewiss, „EIN WEITER SO“ führt uns mit Sicherheit an ein bitteres Ende. Wenn wir erkennen, daß unser digitales Zeitalter auch für die betagten Chöre einiges zu bieten hat, und wenn wir diese Vorteile nutzen, wird es uns unser Publikum danken.
    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Chorgemeinschaft weiterhin Erfolg und hoffe, daß ihre Aktivitäten Ansporn für viele betroffenen Chöre ist.
    Mit hoffnungsvollem Sängergruß aus Waldfeucht-Haaren
    Ihr Walter Wesendahl

  7. Lieber Walter, ich habe mit Interesse deine Artikel gelesen. Wie du selber weißt, geht Veränderung in unserem Verein auch nur sehr langsam, weil wie du schreibst unsere Mitglieder es so machen wollen, wie man bisher getan hat. Schade! Allerdings wird unser Repertoire erneuert, aber von den Sängern wird nur wenig „mitgedacht“.
    Ich bin sehr gespannt den nächten Artikel zu lesen.
    Mit freundlichem Sängergruß,

  8. Ich liebäugele momentan mit dem Chorleiterjob eines benachbarten, 143 jährigen Männerchors. So reizvoll die Aufgabe erscheint, ein erster Besuch der Probe und eines Konzerts lösten nicht unbedingt die „Liebe auf den ersten Blick“ aus. Ich habe eine Facebookgruppe gegründet, um im Ort mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und über den dringenden Generationenwechel zu diskutieren.
    Ich bin gespannt, wo es hingeht ….

    • Guten Tag, werter Herr Michael Schilke!
      Zunächst meinen herzlichen Dank für Ihren Kommentar.
      Der Chorproben- und Konzertbesuch ihres neuen Chores hat Sie nicht gerade begeistert.
      Ist denn eine neue Aufgabe nicht auch eine Herausforderung und letztendlich so reizvoll, weil sie eine Fülle von Möglichkeiten zu positiven Veränderungen bietet?
      Da ist ein 143 Jahre alter Traditions-Chor, der Ihrer Hilfe bedarf.
      Für Sie eine Chance Ihr Können und Ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.
      Entwickeln Sie gemeinsam mit den Chor-Verantwortlichen einen Zukunftsplan, eine Perspektive für die nächsten 2 – 3 Jahre.
      Ein neuer Chorleiter für den örtlichen Tradditions-Chor ist doch eine umfangreiche Pressemitteilung wert.
      Ihre Facebook-Aktion war doch schon ein richtiger Schritt in die neue Zukunft des Chores.
      Vielleicht entwickeln sich aus dieser Aktion ganz neue Perspektiven. In meinen Ausführungen finden Sie praktische Anregungen.
      Mit Ihrem Elan und Tatendrang werden Sie die Chorgemeinschaft begeistern.
      Ich wünsche Ihnen und Ihrem „Neuen Chor“ alles Gute.
      Mit freundschaftlichem Sängergruß
      Ihr Walter Wesendahl

      • Hallo Herr Wesendahl,
        Sie machen mich ja richtig „heiß“ auf diese Arbeit. 😉 Ja, im Inneren spüre ich schon richtig Lust, habe auch eine Unmenge an Ideen. Die Frage wird sein, ob wir „neues Blut“ dazubekommen und somit in 3…5 Jahren noch da sind. In dieser Woche mache ich zumindest eine Vorstellungs-Chorprobe. Dann können die Jungs schauen, inwieweit zwischen uns die Chemie stimmt.
        Meine Facebook-Gruppe kleckert so vor sich hin. Da ich in der Ortschaft niemanden kenne, habe ich 15…20 vertrauenswürde Facebooker (unbekannterweise) eingeladen, von denen 3 bisher in der Gruppe sind. Aber es beteiligt sich noch keiner an einer Diskussion. Wie auch immer, ein Erfolg kann ja ruhig mehrerer Zündunken bedürfen.
        Viele Grüße
        M. Schilke

        • Kurzes Feedback zu der Sache. Mit dem Vorstand des Chores hatten wir einen Termin beim Bürgermeister des 20T Einwohner-Ortes, um für Unterstützung (Nachwuchsgewinnung) zu werben. Habe vor einem Monat eine Probe-Übungsstunde geleitet. Die war im großen und Ganzen ganz annehmbar. In der Mitte der Probe hatte ich die Anwesenden gebeten, schriftliches Feedback zu geben, wo sie sich in einigen Jahren sehen, warum es diesen Chor gibt, was er in der Welt verbessern will usw. Das sollte der Grundstock für eine Vision & Mission sein.
          Es kamen sehr interessante Antworten, die mich zum Teil sehr berührten. Wie aus einer anderen, vergangenen Zeit: „Das sich viele Leute uns als Vorbild nehmen“ / „in meiner Haltung, meinem Benehmen Vorbild sein“ / „zum 150jährigen ein Chor mit viel Ansehen in der Stadt und im Chorland Brandenburg“ / Vision: „Invasion von jugendlichen Sängern“ … etc…
          Tja, die Arbeit via Facebook war zeitaufwendig aber wenig fruchtbringend. Die eigens geschaffene Gruppe hatte zum Schluss 10 Mitglieder. Die Leute vor Ort waren irgendwie „maulfaul“. Das kurze Video meiner Probestunde, gepostet in der Stadtgruppe mit 4000 Mitgliedern brachte kein Feedback.
          Die Chorleiterin, die den Chor interimsmäßig leitete, hat ihn nun richtig übernommen, da sich einige Lebensumstände bei ihr geändert hatten. Damit bin ich nun raus.
          Es war eine interessante Zeit der verschiedensten Erfahrungen. Am Schluss war ich dennoch nicht 100%ig überzeugt, den Chor wirklich haben zu wollen. Es hätte sehr viel Kraft bedurft, die notwendigen Änderungen in Angriff zu nehmen. Ca. 10 Konzerte pro Jahr hätten angestanden. Mit einer Ehefrau, die nicht „Hurra“ schrie, 2 Kindern im ALter von 6 und 11, einem großen Garten, Vollzeit-Job und einigen Baustellen in Haus & Hof hätte ich mich vermutlich übernommen.
          BTW, einen jüngeren Chorsänger hatte ich noch gefunden, der auf Facebook ist. Ihm habe ich angeboten, die Diskussionsgruppe zu übernehmen, um via Social Media präsent zu sein, der Anfang war gemacht. Der lehnte dankend ab, in Zukunft will er sich mal darum kümmern. Somit ist die Gruppe nun auch gelöscht ….

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