Buchvorstellung: Männerchöre – ein Auslaufmodell ohne Zukunft?

Artikelbild MGV Männerchöre

Chorgesang erfreut sich weiter steigender Beliebtheit, nur die Gattung des Männerchores scheint dabei den Anschluss verpasst zu haben.

Autor Hartmut Lutschewitz ist in der „Chorbuchszene“ kein Unbekannter. Er veröffentlichte bereits „Vereinsmarketing – was Gesangvereine erfolgreich macht“ und „Chorgesang in Deutschland“. Im Herbst 2019 ist das neue Werk erschienen: „Die MGV Männerchöre: Ein Auslaufmodell ohne Zukunft?“.

Von krisengeplagten Männerchören

Vom Chorsterben ist ja schon viele Jahre die Rede, besonders die reinen Männerchöre sind scheinbar besonders betroffen. Das kann zumindest überall gelesen werden – aber stimmt das auch?

Ausgehend von dieser Statistik blieb die Zahl der Chöre im Deutschen Chorverband von 2002 bis 2018 sehr konstant. Der Einbruch 2018 um ca. 6000 Chöre ist nicht mit einem rasanten Aussterben von Chören zu erklären, sondern mit dem Austritt vieler regionaler Chorverbände aus dem Dachverband.

Hartmut Lutschewitz analysiert im ersten Teil des Buches den klassischen Männergesangverein und dessen Probleme.
Dabei kommen auch die typischen Probleme zur Sprache: Viele MGVs bringen keine Neuerungen in das Vereins- und Chorleben. Verpöhnte Einsingübungen und Maßnahmen zur Stimmbildung, konservative Vereinsstrukturen, unzeitgemäße Führungsstile und die Auswahl der Chorliteratur schreckt potenzielle Neumitglieder ab.
Bis in diesen Fällen die richtigen Rettungsmaßnahmen ergriffen werden, ist es oftmals bereits zu spät. Häufig fehlt es neben aktiven und zu Neuerungen bereiten Vereinsvorständen auch am nötigen Rückhalt durch die Mitglieder.

Buchvorstellung: Männerchöre – ein Auslaufmodell ohne Zukunft?

Entwicklung eines Konzepts für den Männerchor

Da jammern aber bekanntlich nur selten nützlich ist, widmet sich der Autor in seinem Buch der Erarbeitung eines Konzepts für eine Erneuerung des Männerchores.
Am Anfang steht eine Vorstandssitzung mit einem einzigen Tagesordnungspunkt: Zur Zukunft des Vereins.
Darauf aufbauend wird die aktuelle Situation in und um den Verein erfasst und Ziele festgesetzt, wie die Attraktivität des Vereins zu erhöhen ist und neue Mitglieder gewonnen werden können. Dazu liefert Lutschewitz nicht nur graue Theorie, sondern bringt auch direkt umsetzbare Checklisten mit.
Wichtig dabei ist eine gesunde Selbstreflexion und Kritikfähigkeit: Stimmt das Leistungsangebot des Vereins, wie steht es um die finanziellen Mittel und Möglichkeiten und tritt der MGV mit einem einheitlichen Erscheinungsbild als „Marke“ auf?

Fazit

Hartmut Lutschewitz beschreibt anschaulich, wie die aktuellen Probleme traditioneller Männerchöre entstanden und gewachsen sind. Gleichzeitig beinhaltet das Buch aber auch Tipps, wie sich die Situation verbessern lassen kann. Ob diese Tipps allein oder in Kombination verwendet werden, ist sicherlich von der aktuellen Situation des Chores abhängig. Das Buch empfiehlt sich als Inspiration für Vereinsvorstände, um dem alternden Chor auf modernere Wege zu helfen.
Das Buchlayout könnte ein wenig aufgeräumter daherkommen, es wirkt nicht immer alles wie aus einem Guss. Der flotte Schreibstil macht das aber wieder wett.

„Die MGV-Männerchöre – ein Auslaufmodell ohne Zukunft?“ ist im Buchhandel und auch bei Amazon* für 17,50 € erhältlich.

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